CORONA PANDEMIE - MEISTERN WIR DIE KRISE GEMEINSAM!

Das öffentliche Leben in Deutschland hat sich aufgrund der Corona-Virus-Pandemie grundlegend verändert. Das soziale und gesellschaftliche Miteinander ist davon ebenso schwerwiegend betroffen wie die Wirtschaft im Allgemeinen. Keine Branche bleibt davon unberührt, auch die Metallbranche nicht. Mit Informationen von Branchenunternehmen, öffentlichen Verwaltungen, Branchenverbänden und von uns recherchierten Inhalten stellen wir unter nachfolgenden Punkten für Sie ein umfangreiches und neutrales Informationshub zur Verfügung, dass möglichst viele Fragen rund um die Betriebsführung, ihre Ausführungsleistungen und Perspektiven beantworten soll.

Bleiben Sie gesund und nehmen wir Corona in die Zange. MEISTERN wir die Krise gemeinsam!

Welche Folgen hat Corona für die Wirtschaft, speziell die Metallbranche?

Wegen der Corona-Pandemie herrschen aktuell viele Einschränkungen – auch für die Metallbranche. Nach Ostern erfahren wir, ob die Ausgangsbeschränkungen und Schutzmaßnahmen weitergehen. Aber welche Folgen hat das alles für die Wirtschaft? Und wie geht es nach der Krise weiter? Darum geht es in unserem Corona-Update vom 08.04.2020.

Fest steht: Wir sind alle von der Krise betroffen: Manche sind vielleicht selbst erkrankt, andere haben mit den Einschränkungen und den wirtschaftlichen Folgen zu kämpfen.

Nachfolgend listen wir Informationen auf, die für Ihr aktuelles Tagesgeschäft wichtig sind:

Desinfektion und Mundschutz
Desinfektion und Mundschutz: Oft genügt es schon, die Hände gründlich mit Seife zu waschen.

Bitte beachten Sie die Hygieneregeln, um einer Ansteckung vorzubeugen:
– Ein bis zwei Meter Abstand zu anderen Menschen halten.
– Mehrmals täglich sorgfältig die Hände mit Seife waschen, mindestens 20 Sekunden lang.
– Gegenüber Kunden und Kollegen um Verständnis bitten, dass Sie auf Händeschütteln oder gar Umarmungen in dieser Zeit verzichten möchten.
– Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, gilt insbesondere für Schleimhäute von Mund, Augen und Nase.
– Nicht in die Hand niesen, sondern in Armbeuge oder Taschentuch, danach direkt die Hände waschen.

Hinweise:
– Bitte halten Sie alle von der Bundesregierung vorgegebenen Regelungen ein.
– Führen Sie vor Beginn der Arbeiten eine grundsätzliche Gefährdungsbeurteilung durch und dokumentieren Sie diese.
– Der Arbeitsschutz für Sie und Ihre Mitarbeiter steht an erster Stelle.
– Nutzen Sie, wenn möglich, einen Mundschutz beim Kunden vor Ort, um einer Ansteckung vorzubeugen.
– Bitte sorgen Sie dafür, dass Wasch- und Desinfektionsmöglichkeiten sowie Toiletten zugänglich sind.
– Der Transport von Mitarbeitern durch Gemeinschaftsbusse zur Baustelle ist untersagt.
– Bitte hängen Sie die entsprechenden Hygieneregeln zugänglich und gut sichtbar auf allen Baustellen aus.
– Räume regelmäßig durchlüften.
– Benutzte Taschentücher sofort im Mülleimer entsorgen.
– In öffentlichen Gebäuden Fahrstuhlknöpfe oder Türklinken nicht mit der nackten Hand berühren.
– Reinigen Sie die Baustellen während und nach Beendigung Ihrer Arbeit von Taschentüchern und Zigarettenabfall.
– Häufig berührte Oberflächen wie die Tastatur des Computers regelmäßig reinigen (Wasser und Seife reichen aus).

Digitale Alternativen prüfen
Vieles geht online: Prüfen Sie digitale Alternativen.

Im weiteren Verlauf der Pandemie kann es zu weiteren Problemsituationen kommen.
Bitte seien Sie vorbereitet auf folgende Herausforderungen:
– Die Notversorgung muss gewährleistet sein
– Kunde kann die Rechnung nicht zahlen: Kommunizieren Sie vermehrt mit Ihren Kunden – auch über Ihre Social Media Kanäle.
– Bitte überprüfen Sie im Vorfeld Ihre Zahlungsausfallversicherung und vereinbaren Sie Teilzahlungen oder kürzere Zahlungsziele.
– Bitte denken Sie zudem über Finanzierungsangebote für Ihre Kunden nach.
– Überprüfen Sie Prozesse und informieren Sie sich über Digitalangebote.
– Sprechen Sie mit Ihren Großhandelspartnern über digitale Unterstützung im Umgang mit Ihren Kunden.
– Optimieren Sie Ihre Webseite
– Prüfen Sie aktuelle Projekte und planen Sie vorausschauend. Was kann jetzt schon geplant oder vorgefertigt werden, um nach der Pandemie schneller und effektiver Umsätze wieder aufholen zu können?

Versuchen Sie, wenn möglich, eine Kundenberatung per Video durchzuführen, um einer Ansteckung vorzubeugen.
Nachfolgende Dienste bieten hier beispielsweise Unterstützung:
– ZOOM
– Microsoft Teams
– Google: Hangouts
– Apple: FaceTime
Steht Ihnen oder Ihren Kunden keiner dieser Dienste zur Verfügung, nutzen Sie dann die telefonische Beratung.

Nachfolgend finden Sie die Links zu Informationen, die die Verbände des Handwerks zur Verfügung stellen:

Der Bundesverband Metall hat ein detailliertes FAQ zu wichtigen Fragen sowie Beiträge für Betriebe im Zusammenhang mit der Verbreitung des Coronavirus  erstellt.

Übersicht über die finanziellen Hilfen des Bundes und der bayerischen Staatsregierung für Soloselbstständige sowie kleine und große Unternehmen.

Bereitgestellt von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie in Bayern.

Wichtige Auskünfte zum Soforthilfeprogramm Corona des Bundes für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer in NRW.

Informationen zu anderen Landesprogrammen.

Nachfolgend haben wir Hinweise, Informationen und nützliche Links zu den Hilfs- und Unterstützungspaketen von Bund und Ländern sowie der Finanz- und Arbeitsagenturen zusammengestellt.

Bitte beachten Sie, dass diese jederzeit ergänzt und verändert werden können. Daher bitten wir Sie, auf jeden Fall immer die verlinkten Webseiten für die aktuellsten Informationen zu nutzen.

Kleine Unternehmen, Selbständige und Freiberufler erhalten umfangreiche und rasche Unterstützung vom Bund und den einzelnen Ländern:
– Der Bund stellt 50 Milliarden Euro bereit, um unbürokratische Soforthilfe für kleine Unternehmen, Selbständige und Freiberufler zu gewähren. Damit werden einmalig für drei Monate Zuschüsse zu Betriebskosten bewährt, die nicht zurückgezahlt werden müssen:
– Selbständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten erhalten bis zu 9.000 Euro
– Selbständige und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten erhalten bis zu 15.000 Euro.
– Selbständige erhalten leichter Zugang zur Grundsicherung, damit Lebensunterhalt und Unterkunft gesichert sind. Die Vermögensprüfung wird für sechs Monate ausgesetzt, Leistungen sollen sehr schnell ausgezahlt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie tagesaktuell auf der Website des Bundesfinanzministeriums.

Die einzelnen Bundesländer haben alle bereits Soforthilfen/Förderprogramme für Kleinunternehmer und Freiberufler auf den Weg gebracht.
Die für uns derzeit beste Internetseite zur Information zu allen Programmen kommt vom BVMW – das Netzwerk für den deutschen Mittelstand.

Hier sind alle Links aufgelistet, die für jede Form von Unternehmen wichtig sind. Insbesondere die Auflistung nach Bundesländern ist hilfreich. 

Hinweise für Kurzarbeit:

Bei vielen Unternehmen führt die aktuelle Lage dazu, dass ein Großteil der Mitarbeiter nicht mehr oder nur noch in einem geringen Umfang arbeiten können. In diesem Fall kann Kurzarbeit helfen, um Entlassungen zu vermeiden. Die Höhe des Kurzarbeitergeldes richtet sich nach dem pauschalisierten Nettoentgeltausfall im Anspruchszeitraum. Es wird in zwei verschiedenen Leistungssätzen gezahlt:
– 67% für Arbeitnehmer/innen mit mehr als 1 Kind im Sinne § 32 Abs. 1,3 bis 5 (Einkommensteuergesetz)
– 60 % für alle übrigen Arbeitnehmer

Und:

– Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf KUG.
– In Betrieben, in denen Vereinbarungen zur Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.
– Die weiteren Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von KUG behalten ihre Gültigkeit.
– Der Bezug von KUG ist bis zu 12 Monate möglich.
– Anspruch auf KUG besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.
– Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.

Eine Überblickseite.

Weitere Informationen zum Thema „Kurzarbeit“.

– Zinslose Stundungen von Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer für nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffene Steuerpflichtige bis zum 31.12.2020.
– Herabsetzung der laufenden Vorauszahlungen für Einkommens und Körperschaftssteuer sowie des Gewerbesteuermessbetrages für die Gewerbesteuervorauszahlung.
– Aussetzung der Vollstreckungsmaßnahmen wie Kontopfändung bis zum 31.12.2020.
– Wegfall voll Säumniszuschlägen
– Die Sondervorauszahlung für Dauerfristverlängerungen bei der Umsatzsteuer für Krisenbetroffene Unternehmen werden auf Antrag auf 0,00 Euro herabgesetzt. Damit kann unmittelbar Liquiditätsverstärkung erzielt werden.

Weitere Informationen von steuerlichen Maßnahmen erhalten Sie hier.

Bei absehbarer Gefährdung des Geschäftsbetriebes sollten Sie direkt Ihren Steuerberater kontaktieren.

Nachfolgend finden Sie 10 generelle Tipps für diese Situation:

1. Bewahren Sie einen kühlen Kopf. Erstellen Sie nach der ersten Panikreaktion einen vorläufigen Finanzplan für die nächsten drei bis sechs Monate, der Ihren Kapitalbedarf in diesem Zeitraum erfasst. Stellen Sie dem Bedarf Ihre sicheren Einnahmen und Rücklagen gegenüber. Doch Vorsicht! Planen Sie „konservativ“. Berücksichtigen Sie mögliche Auftragsstornierungen und Zahlungsausfälle, denn Ihr vorrangiges Ziel muss zumindest kurz- und mittelfristig sein: Ihre Liquidität bzw. die Ihres Unternehmens sichern – selbst wenn es schlimmer als erwartet kommt.

2. Nachdem Sie sich einen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben haben, prüfen Sie, inwieweit Sie Ihre Fixkosten senken können oder gar müssen, um Ihre Liquidität zu sichern und Ihren finanziellen Handlungsspielraum zu erweitern, denn: In globalen Krisen wie der aktuellen müssen Sie auch mit Unverhofftem rechnen.

3. Versuchen Sie im Bedarfsfall alle Dauerschuldverhältnisse wie Leasingverträge, Kredittilgungen usw. auszusetzen, um Ihre Liquidität zu erhöhen. Bewahren Sie dabei jedoch einen gewissen Zukunftsblick. Achten Sie zum Beispiel darauf, dass Sie strategisch wichtige Dienstleister, usw., soweit möglich, nicht verprellen, die Sie für Ihre Leistungserbringung spätestens nach der Krise wieder brauchen.

4. Lassen Sie Ihre Steuervorauszahlungen an das Finanzamt auf null setzen und Ihre Steuerschulden, wie zum Beispiel Ihre Umsatzsteuerschulden, aussetzen. Das erledigt für Sie, sofern Sie einen solchen haben und Sie ihm hierfür das Mandat erteilen, Ihr Steuerberater.

5. Suchen Sie, wenn trotz dieser Maßnahmen ein Liquiditätsengpass droht, möglichst frühzeitig das Gespräch mit Ihren Kapitalgebern wie Banken und Investoren. Schildern Sie Ihnen offen Ihre Situation. Hiervor brauchen Sie sich nicht zu scheuen, denn wenn Ihr Unternehmen jetzt in eine finanzielle Schieflage gerät, liegt dies zumeist nicht an Managementfehlern. Das wissen auch die Banken.

6. Führen Sie als vertrauensbildende Maßnahme entsprechende Gespräche auch mit Ihren strategisch wichtigen Lieferanten und Dienstleistern. Versuchen Sie mit Ihnen günstigere Lieferkonditionen zu vereinbaren – zum Beispiel durch ein Verlängern der Zahlungsfrist. Dies ist in der Regel kein Problem, wenn sie selbst liquide sind und wissen: Ihr Unternehmen ist eigentlich gesund.

7. Schreiben Sie bei größeren Aufträgen, die sich über eine längere Zeit erstrecken, häufiger kleine Zwischen- oder Abschlagsrechnungen statt nur eine „fette“ Rechnung nach Auftragsabschluss. Das verbessert Ihre Liquidität und mindert die Gefahr, dass Sie in eine finanzielle Schieflage geraten, wenn Ihr Kunde Zahlungsprobleme hat.

8. Vereinbaren Sie mit Ihren Mitarbeitern, soweit möglich und nötig, Kurzarbeit. Beantragen Sie bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld. Dies ist bis Ende März noch rückwirkend zum Monatsbeginn möglich. Danach nicht mehr. Beim Beantragen hilft Ihnen Ihr Steuerberater. Angenommen Sie kürzen die Arbeitszeit Ihrer Mitarbeiter um 50 Prozent, sodass diese nur noch die Hälfte Ihres Bruttolohns von Ihnen erhalten. Dann entfallen nicht nur die von Ihnen zu entrichtenden Sozialabgaben, die Agentur für Arbeit zahlt Ihren Mitarbeitern auch von der anderen Lohnhälfte 60 Prozent als Kurzarbeiter-Geld. Inwieweit Sie dann die Differenz zum Normallohn noch ausgleichen, können Sie aufgrund Ihrer Liquidität entscheiden.

9. Um zu verhindern, dass Unternehmen bzw. Einzelunternehmer kurzfristig insolvent werden, hat die Bundesregierung ein Sofort-Hilfe-Programm für KMU verabschiedet. Ihm zufolge können zum Beispiel Betriebe in Rheinland-Pfalz mit 0 bis 5 Mitarbeitern eine Sofort-Hilfe von 9.000 Euro erhalten, die nicht zurückgezahlt werden muss; Betriebe mit 6 bis 10 Arbeitnehmern 15.000 Euro und Betriebe mit 11 bis 50 Beschäftigten 30.000 Euro. Diese Summen variieren von Bundesland zu Bundesland leicht. Unklar ist noch, weil das Programm frisch verabschiedet wurde, wie, wo und unter welchen Voraussetzungen das Geld beantragt werden kann und teilweise auch wer es ausgezahlt. Dies soll bis 28. März geklärt sein. Danach können Sie die Sofort-Hilfe, sofern Sie zu den durch die Krise geschädigten Unternehmen zählen, beantragen – ebenfalls gegebenenfalls mit Hilfe Ihres Steuerberaters.

10. Dasselbe wie für die Sofort-Hilfen gilt für die möglichen Sofort-Darlehen der Bundesländer für Klein-Unternehmen. Sie betragen zum Beispiel in Rheinland-Pfalz für Betriebe bis 10 Beschäftigte maximal 10.000 Euro. Die Darlehen müssen im Gegensatz zu den Sofort-Hilfen zurückgezahlt werden. Sie haben jedoch eine Laufzeit von sechs Jahren und sind bis Ende 2021 zins- und tilgungsfrei.

Und als Unternehmer die Zuversicht bewahren.

C Freyer Steuerberater

Karsten Freyer ist Inhaber der gleichnamigen Steuerberatungskanzlei

Wir, die METAL WORKS-TV GmbH möchten uns ganz herzlich bedanken bei allen, die uns beim Aufbau dieses Informationshubs auf der Medienplattform METAL WORKS TV auf vielfältige Art und Weise unterstützen:

Metallverband NRW / FV Metall NRW / FV Metall Bayern / KRS / PRofilBerater 

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